Das ist Senatorman!

Und hier entsteht mein Internetauftritt. Neben meinem PC (der leider nicht immer das macht, was ich gerne möchte) steht das Microfiche-Lesegerät, das mir den Zugriff auf die Daten der älteren Opel ermöglicht.

Und um das Wissen zu erweitern, gibt es ein paar gut bestückte Regale...

Für Autos habe ich mich eigentlich schon so lange ich denken kann interessiert. Woran das liegt? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Im Familienkreis findet sich jedenfalls niemand, der den Autos über den Status des Fortbewegungsmittels hinaus großartiges Interesse entgegenbringt.
Jedenfalls war das erste Auto meines Vaters ein Opel Rekord P1, in dem er mich als Baby - seinen Erzählungen nach - manchmal spazieren gefahren hat, wenn ich mit dem Schreien gar nicht mehr aufhören wollte. Anscheinend war ich dann immerhin bis zu dem Zeitpunkt friedlich, bis die Fahrt zu Ende war. Vielleicht ist da ja ein Keim zu meiner späteren Leidenschaft für die Rüsselsheimer Limousinen gelegt worden.
Im Vorschulalter war der Opel Diplomat B für mich "das" Traumauto schlechthin. Später kam dann der Senator A zur Liste meiner Traumwagen hinzu.
Trotzdem bin ich auf elterlichen Rat nach der Realschule kein Kfz-Mechaniker, sondern Bankkaufmann geworden. So konnte ich meine Leidenschaft für die "großen Opel" zwar nicht in einen entsprechenden Beruf umsetzen, aber immerhin als Hobby zu einem wichtigen Teil meines Lebens machen.
Der erste Rekord, den ich bewußt erlebt habe, war der Rekord E1 2.0S, der nach einer langen Fiat-124-Ära kam. Eigentlich sogar eher zufällig, weil der Fiat 132 "2000"-Vorführwagen, den mein Vater zuvor probegefahren hatte, auf halber Strecke mit defekter Batterie liegen blieb und der Fiat-Händler den Fiat 124 meiner Eltern zu einem allzu schlechten Kurs in Zahlung nehmen wollte. Also votierte meine Mutter dafür, doch einmal einen Rekord probezufahren.
Im Juni 1979 wurde der flamencorote Rekord in "Luxus"-Ausführung geliefert, so daß er rechtzeitig zum Familienurlaub auf Ameland (Niederlande) bereitstand. Die ausklappbare Mittelarmlehne war übrigens das Ausstattungsdetail, welches meinem Bruder und mir damals am wichtigsten erschien, bot sie doch eine erstklassige Möglichkeit, darüber zu streiten, wer denn nun mit seinem Arm drauflümmeln durfte. Damaliger Neupreis des Rekord: ca. DM 15.000,-- !

So kam mein erster Rekord des öfteren daher, solange er noch im Besitz meines Vaters war....

Nach Abschluß meiner Lehre im Januar 1987 konnte ich den Rekord meines Vaters (1984 war ich beim Kauf desselben natürlich dabei!) übernehmen. Dieser Rekord E war meine große automobile Liebe. Dabei war der Rekord zunächst ein ziemlich "nackter Spatz": außer der Anhängekupplung, einer manuellen Niveauregulierung, Kopfstützen hinten, einem Ablagefach an der Beifahrertür, der Nebelrückleuchte und der Radiovorbereitung mit Scheibenantenne hatte er keinerlei Extras zu bieten. Motorisiert war er mit dem 2.0S-CIH-Motor (100 PS), 4-Gang-Schaltgetriebe, in Hennarot lackiert. Damaliger Neupreis: DM 18.000,-- !
Kurze Zeit später nahm mich ein Nachbar auf einen Schrottplatz mit: die Autoverwertung Heilig in Neuler bei Ellwangen. Ab diesem Moment war ich infiziert: so viele Dinge, die meinen Rekord für kleines Geld zu einer edlen Limousine reifen lassen konnten. Drehzahlmesser, Zentralverriegelung, Tempomat, elektrische Niveauregelung, eine bildschöne, beige Berlina-Innenaussstattung, Fensterheber, Bordcomputer, elektromagnetisches Kofferraumschloß, Rial-Alufelgen, elektrische und beheizbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer, Lenksäulenhöhenverstellung mit Lederlenkrad, integrierte Fernscheinwerfer, Servolenkung....außer Klimaanlage, Lederausstattung und Schiebedach gab es bald kein Extra mehr, über das mein Rekord nicht verfügte.
1990 kam dann der große Umbau: aus einem Unfallwagen konnte ich günstig eine 2.2i-Maschine nebst 5-Gang-Getriebe bekommen. Unzählbare Samstagmorgen habe ich in der Autoverwertung Heilig zugebracht und mir durch meine Bastelaktionen das Selberschrauben beigebracht. Damals hatte ich ja leider niemanden in meinem Bekanntenkreis, der übermäßiges Interesse an Autos hatte, geschweige denn gerne am Auto schraubte.

Die Holzimitat-Zierblenden auf den Türtafeln habe ich, nebst den passenden Blenden am Armaturenbrett, aus einem Senator A1 CD ausgebaut.
1988 hatte dann auch meine Frau ihr erstes Auto: einen flamencoroten Ascona B 1.9 Berlina mit 75 PS, den ich natürlich im Lauf der Zeit ebenfalls aufrüstete: Armaturenbrett mit Drehzahlmesser (wer das schon einmal gemacht hat, weiß, was das für ein Aufwand ist!), Kopfstützen hinten und innenverstellbare Rekord-Außenspiegel.

Da die Heizung im Ascona aber, vorsichtig ausgedrückt, äußerst mäßig funktionierte und meine Beste im Winter allzu sehr fror, kam dann 1991 der Nachfolger: ein Ascona C in der sportlichen SR/E-Ausführung mit 115 PS. Nach dem Kauf hätte es beinahe ein Drama gegeben, weil der Ascona zwar 195er-Schlappen drauf, aber keine Servolenkung hatte! Kurzerhand beschlagnahmte meine Frau den Rekord und gab mir damit deutlich zu verstehen, nach welchem Extra ich in Neuler schnellstens zu suchen hätte.

In der Zwischenzeit war ich 1990 beruflich auf eigenen Wunsch für zwei Jahre in die neuen Bundesländer versetzt worden. Eine Kollegin nahm mich einmal in ihrem Trabant mit. Tja...da war es um mich geschehen...so ein Wägelchen mußte ich auch haben! Für DM 600,-- habe ich einen 82er-Trabant in Papyrusweiß in Standard-Ausführung bekommen. Null Extras, noch nicht einmal Warnblinkanlage und Lenkradschloß hatte er.
Ich erinnere mich noch gut an das schallende Gelächter bei der Vopo, bei der ich das Auto auf mich zugelassen habe. Die haben sich einen Ast gelacht, daß ein Wessi ausgerechnet einen Trabi kauft ...und dann auch noch 600 harte DM dafür zahlt! Endgültig als Spinner abgestempelt war ich, als ich das Auto zur ehemaligen Trabant-Werkstatt schaffte, um es mit allen in der DDR erhältlichen Extras aufrüsten zu lassen: Standheizung, Vierspeichenlenkrad, Intervallschaltung für die Scheibenwischer, elektrische Scheibenwaschanlage, Glashebedach, Tacho mit Tageskilometeranzeige, Drehzahlmesser, heizbare Heckscheibe, 165/70 Breitreifen, Chromstoßstangen, Chromblenden für Scheinwerfer und Rückleuchten, H4-Scheinwerfer, Umrüstung auf 12V. Kauf und Umrüstungskosten haben mich nie gereut. Ich vermute, daß ich einen der wenigen (fast) perfekten und originalen Trabant besitze. Er wird nur bei schönem Wetter gefahren...oder an jedem 3. Oktober.
In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 war ich mit meinen Ost-Kollegen nämlich genau um Mitternacht unter dem (vom Westen aus gesehen) linken Seitenflügel des Brandenburger Tores bei der Wiedervereinigungsfeier dabei. Der Trabi ist für mich ein Symbol dieser Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit. Hört her, liebe Opel-Freunde: es wäre wohl das letzte Auto, welches ich hergeben würde!


1991 kam zu meinem Fuhrpark noch ein Rekord 2.2i Caravan und ein Monza GSE dazu. Leider habe ich keine Bilder von diesen Autos. Den Monza fuhr aber nach kurzer Zeit fast ausschließlich meine Doris, weil meine beste Ehefrau von allen zu der Ansicht gelangte, daß so ein sportliches Auto nicht zu mir passe. Ich fuhr also weiter Rekord und sie den Monza. Im Sommer 1995 kaufte ich mir als Ersatz für den nach 360.000 km schon arg verschlissenen Rekord einen 85er Senator 3.0i CD, den ich noch heute habe. In 2000 wurde mein Schmuckstück vollrestauriert und wartet wohlbehütet in meiner Schrauberscheune auf seinen 20. Geburtstag, um die Straßen wieder mit dem 07er-Kennzeichen unter die Räder nehmen zu können.

Schon im Frühjahr 1995 kam mein Kumpel Helmut mit einem verlockenden Angebot auf uns zu: einen 91er Senator B 3.0i-24V in der noblen Business-Ausstattung und Irmscher-Verspoilerung rundum. Mir gefiel zwar der Plastik-Schnickschnack nicht so sehr, aber meine Frau war Feuer und Flamme für das Auto, so daß es kurzerhand gekauft wurde.
Den doch schon deutlich angerosteten Monza verkauften wir daraufhin. Er hatte dem jungen Mann, der ihn kaufte, allerdings kein Glück gebracht. Bereits drei Tage später verursachte er bei einem Wettrennen einen schweren Unfall, bei dem der Monza wohl bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurde.
1997 haben wir nach 13jähriger "wilder Ehe" den Senator B als standesgemäßes Brautauto auserkoren. Tja...und bei unserer Hochzeit gab es nicht nur eine Brautentführung, sondern auch eine Brautauto-Entführung. Das hat nicht jeder, oder?
Im Dezember 1998 erfüllte sich endlich mein Kindheitstraum: ich wurde stolzer Eigentümer eines Diplomat V8! Ein unvergleichliches Fahren. Und dann auch noch mit der ultraseltenen Lederausstattung mit "Schlummerrollen"! Ein Jammer, daß Opel bis heute keinen echten Nachfolger zustande bringt.

Einen 72er Diplomat E konnte ich kurz darauf auch noch bekommen. Eigentlich wollte ich ihn als Teileträger schlachten. Doch dafür war er eigentlich in einem viel zu guten Zustand. Nun wartet er auf seine Wiederauferstehung. Ich werde ihn aufbauen, sobald ich den Monza fertiggestellt habe.

Im Herbst 2001 ist mir besagter Monza 3.0i "zugelaufen", den ich derzeit als zukünftigen "Oldtimer" für meine Doris restauriere. Ein handelt sich um einen 84er Monza C, original 73.000 km gelaufen, Automatik, ABS, Sitzheizung und elektrische Niveauregelung ...für ganze DM 200,--!

Im Juni 2002 diente dann unser Diplomat als standesgemäßer Hochzeitswagen bei der kirchlichen Heirat meines Bruders Wolfram und seiner Heike ... natürlich festlich geschmückt mit einem wunderschönen Blumenbukett und den Landesfahnen von Sachsen und Württemberg!
Nachdem meine Eltern bei ihrer Hochzeit 1965 einen Opel Kapitän als Hochzeitsauto hatten und eine glückliche Ehe führen, und auch Doris und ich glücklich miteinander sind, sind wir überzeugt, daß es auch Wolfram und Heike Glück bringt, mit einem Opel-Flaggschiff zum Altar gefahren worden zu sein.

Inzwischen haben wir uns als Alltagsfahrzeuge einen Senator B mit 177 PS und einen 24V gekauft. 1999 konnte ich nämlich eine Scheune anmieten, die ich sukzessive als semiprofessionelle Schrauber- und Restaurationswerkstatt einrichtete. Meine Nichten Tanja und Heike waren damals ebenfalls vom Benzinvirus infiziert und schraubten begeistert mit.

Im September 2002 bin ich an ein weiteres Schätzchen gekommen: einen Omega A 2.0i (C20NE) GLS Caravan aus 1987, der trotz seines Alters kaum Rost aufweist und augenscheinlich immer gepflegt wurde. Ausgestattet mit ABS, Schiebedach, Scheinwerfer-Wisch/Waschanlage, Nebelscheinwerfern, integrierten Zusatz-Fernscheinwerfern und manueller Niveauregelung. Eigentlich wollte mein "Freundlicher" diesen Wagen verschrotten lassen. Glücklicherweise konnte ich den Verkäufer davon überzeugen, daß der Omega dafür viel zu schade war. Das "Leichenwagen-Design" (Schwarzfolie der Fenster) habe ich als erste Amtshandlung bereits entfernt. Nun wird er noch auf Automatik umgerüstet und erhält die restlichen Extras der CD-Version, damit er meinen Vorstellungen von einem guten Auto auch wirklich genügen kann.
Im Januar 2003 haben wir dann ein echtes Ausnahmeauto bekommen: einen 89er Senator B CD C30NE mit grade mal 71.000 km ... und .... de facto rostfrei! Radläufe, Türen, Hinterachsbögen .... alles in einwandfreiem Zustand. Dazu eine fast vollständige Ausstattung. Er ist unser neuer "Königswagen", der nur bei schönem Wetter gefahren wird. Vergleicht mal das Kennzeichen meines ersten Rekord mit dem des Senators....

Im März 2003 bin ich wieder zu einem Neuzugang gekommen, diesmal aus einer Firmenauflösung: für ganze € 80,-- konnte ich einen noch sehr guten Senator A1 3.0 E CD aus dem Jahr 1979 nebst einem zweiten Teileträger ergattern. Bis auf Schiebedach und Leder mit absoluter Vollausstattung. Bis auf eine neue Benzinpumpe, dem Austausch der Benzinschläuche und dem Säubern der Einspritzventile gab es keine akut notwendigen Maßnahmen, läßt man mal die üblichen Inspektionsarbeiten weg, die eigentlich immer anfallen, wenn man ein Fahrzeug wiederbelebt, das seit etwa 10 Jahren abgemeldet in einem Hinterhof stand. Zum Thema Rost gibts bei diesem Senator übrigens wenig zu sagen. Nur den vergammelten Tank werde ich bei passender Gelegenheit mal erneuern müssen.

Im Mai 2003 bin ich dann überraschend zu einem weiteren Senator B CD C30NE gekommen. Ursprünglich wollte ich ihn einfach fahren. Mittlerweile bin ich eher zum Schluß gekommen, daß er saniert wird und dann ebenfalls in meine Sammlung wandert.
Damit ist meine Sammlung zunächst mal vollständig....dachte ich, bis ich im August 2003 bei meinem örtlichen Opel-Händler einen pistaziengrünen 83er Opel Rekord E2 2.0 E in Luxus-Ausführung sah. Außer Radio und Cassettenablage keinerlei Extras. Mehr als einmal bin ich um das Auto geschlichen, bis ich mir ein Herz faßte und einen der Verkäufer fragte, ob ich den Rekord zu einer ausgiebigen Probefahrt haben dürfte. Ich durfte! Drei Tage wurden mir bewilligt. Als ich mich in den Rekord setzte und den Schlüssel umdrehte, wußte ich, was ich all die Jahre vermißt hatte. Mein erster Rekord hatte eben doch unauslöschliche Spuren in mir hinterlassen. Schnell noch die ABBA-Cassette ins Radio....und ich war auf einmal wieder 20 Jahre jünger. Schwersten Herzens stellte ich "meinen" Rekord nach drei Tagen wieder auf den Hof, versehen mit meinem Versprechen, sein Überleben zu sichern! Als der Gebrauchtwagenverkäufer wieder aus seinem Urlaub kam, erfuhr ich, daß der Rekord aus erster Hand war und originale 62.000 km von einem älteren Herrn gefahren wurde. Sogar die ersten Reifen waren noch drauf. Für € 75,-- konnte ich meinen Schatz vor dem sicheren Ende in der Schrottpresse erretten. Die durchgerosteten vorderen Kotflügel bekam ich für einen sehr ordentlichen Preis gleich als Original-Neuteil mit dazu. Ansonsten hat der Rekord weit weniger rostige Stellen als die meisten doch viel jüngeren Omegas und Senatoren. "Rekord der Zuverlässige"...

Ein paar Wochen später bekam ich von Heiko aus dem Forum Omega-Senator einen Link zu einer Ebay-Versteigerung: einen schilfgrünen 84er Rekord E2 2.0E mit der noblen Berlina-Ausstattung, Automatikgetriebe, Bordcomputer, elektrischen Fensterhebern vorn und hinten und elektrischem Schiebedach. 114.000 km Laufleistung und immer im Besitz älterer Herrschaften. Mit einer so noblen Ausstattung sind bestimmt nur wenige Rekord vom Band in Rüsselsheim gerollt. Dieser schöne Rekord wurde doch tatsächlich als Winterauto angeboten! Nach Tagen des Bangens konnte ich eine Sekunde (!) vor Auktionsende zuschlagen: für den Wahnsinnspreis von € 206,-- konnte ich dieses Schmuckstück nebst einem Anhänger voll Ersatzteilen ersteigern.


Diese hellbeige Berlina-Ausstattung ist für mich der Inbegriff einer schönen Innenausstattung. Hier fühl ich mich wohl, hier bin ich daheim....
Meine Traumfrau und beste Ehefrau von allen gab auch zu diesem Auto ihren Segen. Ich erwähne das, weil ich das nicht als selbstverständlich empfinde und es mir sehr viel bedeutet, daß meine Frau meine Autoleidenschaft mit trägt und sie nicht als Belastung empfindet.
Im Juni 2004 konnte ich ein weiteres Schmuckstück ergattern: einen 87er Omega A 2.0i CD mit jungfräulichen 43.000 km auf dem Tacho. Bei meinem Opel-Händler in Zahlung gegeben, weil der Bremskraftverstärker nicht mehr funktionierte und der Auspuffendtopf fehlte, die Reparatur aus Zeitwertgesichtspunkten also nicht mehr lohnte. Eine Politur konnte der Omega übrigens auch sehr gut vertragen. Nun, für mich stellten die paar Kleinigkeiten kein unüberwindliches Problem dar, denn dieser Omega war eindeutig zu schade für ein trauriges Ende auf dem Schrottplatz! Inzwischen hat sich der Tacho schon etwas weitergedreht ... mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,9 l / 100 km!!! Für € 50,-- trennte sich der Neuwagenverkäufer von diesem schönen, mexikoroten Omega-Exemplar.

Im Jahr 2005 konnte ich glücklicherweise in einem Teilort von Schwäbisch Gmünd eine große Scheune mieten, so daß ich dann zusammen mit meiner Doris den Umzug zu meistern hatte. Ich hab keine Ahnung, wie oft ich mit grauenhaft überladenem Anhänger meinen Teilefundus zur neuen Bleibe meiner Sammlung umgezogen habe. Bei der Gelegenheit konnte dann die Hebebühne installiert werden und von meinem Lehrmeister konnte ich dessen ausgemustertes Reifenmontagegerät samt Wuchtmaschine für kleines Geld kaufen.
Bis September 2006 habe ich beim Omega schon ein paar kleinere Umbauten vorgenommen: Scheinwerfer mit integrierten Fernscheinwerfern, Scheinwerfer-Wisch-Wasch-Anlage, elektrische Scheinwerferhöhenverstellung, Automatikgetriebe, Lederlenkrad, Kopfstützen hinten, Sonnenschutzrollo hinten und originale Leichtmetallfelgen, nachgerüstet.


In den nächsten Wochen wird nun aus inzwischen beschafften "Schlachtkandidaten" die Color-Verglasung, el. Fensterheber vo./hi., Lenkradhöheneinstellung, Tempomat, LCD-Armaturen, elektrischer Schiebedachantrieb und Klimaanlage nachgerüstet.
Im Mai 2006 gab es wieder einmal etwas Neues: bei meinem Opel-Händler stand seit geraumer Zeit ein praktisch rostfreier Omega A Caravan C30NE, den ganz offensichtlich niemand kaufen wollte. Okay, er säuft wie ein Loch und hat praktisch keine Ausstattung (sowas kann sich bei mir schnell ändern...). Dafür "geht" er wie die Feuerwehr. Für € 150,-- war er mit einem neuwertigen Satz Winterreifen gekauft wie besichtigt. Der Caravan C20NE war karosseriemäßig das schlechtere Fahrzeug, so daß dieser kurzerhand um Scheinwerferwaschanlage, Nebelscheinwerfer und Zusatzfernscheinwerfer erleichtert und für € 150,-- wieder verkauft wurde.
Im September 2006 bin ich unverhofft an ein absolutes Kleinod gekommen: seit einem Jahr stand bei meinem örtlichen Opel-Händler ein casablancaweißer Manta B GSi Exclusiv, der vom Gebrauchtwagenverkäufer trotz vieler (auch meiner...) Nachfragen nicht verkauft wurde. Auch einige Mitarbeiter dieses Autohauses fragten wohl vergeblich.
Da ich fast jeden Tag an diesem Manta vorbeifuhr, krampfte sich mir jedesmal der Magen zusammen, wenn ich diesen armen Rochen bei Wind und Wetter im Freien sah. Eigentlich wollte ich nun dem Gebrauchtwagenverkäufer nur einen Irmscher-Endtopf für diesen Wagen schenken, hatte ich doch erfahren, daß innerhalb des Autohauses Überlegungen bestanden, diesen Manta als Ausstellungsstück zu behalten und mich hätte es einfach gefreut, wenn auch ein Teil aus meinem Teilefundus in diesem schönen Manta "drinstecken" würde. Statt mein Angebot anzunehmen, bot er mir den Wagen für € 500,-- an. Ich war total perplex und zutiefst angerührt, daß nun ausgerechnet ich ausersehen bin, diesen Manta der Nachwelt zu erhalten. Er war zu meiner Jugendzeit einer der bezahlbaren Traumwagen. Na, ich bin ja nun auch 41 Jahre alt. Und als ich 18 war, gab es um mich herum eigentlich nur zwei Autos, die von den Jungs begehrt wurden: entweder einen heißgemachten VW Golf GTI oder eben....einen ordentlich getunten Manta!
Mantawitze gab es damals noch nicht. Nur scharenweise Jungs, die den letzten Pfennig und die letzte Minute Freizeit in ihren Traum steckten, um der König auf dem Disco-Parkplatz zu sein. Nun, in die Disco sind wir nie gerne gegangen, da war - und ist - uns ein gemütlicher Grillabend im Garten oder eine Partie Billard mit guten Freunden allemal lieber. Also bleibt er in seinem Originalzustand und wird uns an schönen Tagen begleiten. Böse Zungen behaupten übrigens, daß sich mein verschnarchter Fahrstil am Steuer des Manta sogar ansatzweise in Richtung "sportlich" verändert...

Es ist nach meinen Recherchen einer der allerletzten produzierten Manta B, aus erster Hand, Im April 1989 von einer damals 62-jährigen Dame erworben. 1998 bekam der Manta dann von Irmscher einen flammneuen 20E-Motor und einen 3-Wege-Kat!
Doch nun ein paar Sätze in eigener Sache:
Inzwischen ist mein Internetauftritt seit dem Start im Jahr 2002 fast sechs Jahre im Netz. Die Arbeit, die ich in meinen Internetauftritt investiert habe, kann wahrscheinlich nur der ermessen, der selbst einmal versucht hat, einen Internetauftritt zu gestalten und mit Inhalten zu bestücken, der über Oberflächlichkeiten hinausgeht.
Der eine oder andere Leser meiner Seite wird vielleicht die Entwicklung dieses Internetauftrittes über die Jahre hinweg verfolgt haben. Natürlich hat es mich immer wieder bestärkt und gefreut, wenn ich die zahlreichen freundlichen Kommentare in meinem Gästebuch gelesen habe. 08/15 war und ist nicht meine Wesensart. Entweder "richtig" oder - wenn das nicht geht - bleibenlassen.
Es hat mir über lange Jahre durchaus Spaß gemacht, mit meinem gewonnenen Wissen anderen Opel-Fahrern weiterhelfen zu können, auch wenn ich die meist gar nicht persönlich kannte. "Senatorman" bestand ja nicht nur aus dieser Seite, sondern war auch in etlichen Internetforen aktiv.
Im Laufe des Jahres 2007 sind mir mehr und mehr Zweifel gekommen, ob mein Engagement in der Opel-Szene in der bisherigen Form weiter Sinn macht. Leider ist nicht immer das, was man mit seinem Engagement erreichen will tatsächlich erreichbar, geschweige denn erwünscht. Statt dessen habe ich viel zu viel Zeit in Leute investiert, die ich - ebenso wie ihre automobilen Probleme und Ansichten - besser völlig ignoriert hätte.
So habe ich im Sommer 2007 einen Schnitt gemacht und mich aus der Online-Opelszene weitgehend und konsequent zurückgezogen. Auch die weiterhin zahlreichen Anfragen, die per e-Mail an mich herangetragen wurden, habe ich - meist ungelesen - gelöscht. Nein, ich hökere nicht mit Teilen, nein ich weiß nicht, wie man 18-Zoll-Felgen beim Senator eingetragen kriegt, nein, ich hab keine Ahnung, ob der xy-Tieferlegungssatz besser als der yx-Tieferlegungssatz ist, nein, ich habe keine Lust, Mails von Leuten zu entziffern, die sich nicht um die Rechtschreibung scheren und die "Bitte" und "Danke" sowieso nicht kennen.
Die dadurch gewonnene Zeit hat zu neuen und tieferen Kontakten geführt, die mich persönlich weiter voran bringen, als dies die unzähligen, mehr oder weniger virtuellen Bekanntschaften je vermocht hätten.
Etwas länger gedauert hat es, bis ich mir über die weitere Entwicklung meines Internetauftrittes im Klaren war. Die Seite vom Netz nehmen oder einfach nicht weiter fortführen?
Beides wäre aus meiner heutigen Sicht keine vernünftige Reaktion auf die damaligen Ereignisse und die Erkenntnisse, die ich daraus gewonnen habe.
Dieser Internetauftritt wird weiter bestehen bleiben und auch - so, wie es meine zeitlichen Ressourcen erlauben - weiterentwickelt. Nachdem ich von einem aufgelösten Opel-Händler das komplette Archiv geschenkt bekommen habe, gehen meine Überlegungen dorthin, auch die anderen, inzwischen ausgelaufenen Modellreihen mit ihrer Modellgeschichte in meine Seite zu integrieren.
Eine Online-Hommage über Opel-PKW, die heute aus dem Straßenbild verschwunden sind.
Nun zurück zum Thema:
Der Manta sollte nicht das letzte Sammlerstück bleiben. Gelegenheit macht Liebe, wenn es einen "Blitz" am Bug hat. Im Januar 2008 erhielt ich den heißen Tip, daß ein Rekord E1 "Berlina" in einem Nachbarort auf einen Liebhaber warte. Dort angekommen, fing ich natürlich wieder Feuer, auch wenn der Rekord zumindest momentan optisch nicht so ganz das darstellte, was ich mir erhofft hatte. Der Vorbesitzer wollte nur den Motor 20N für ein Manta-Restaurationsprojekt, der häßliche "Alkomat" (so heißt der Rekord in der Werkstattszene, weil sich in Türtaschen und Handschuhfächern üblicherweise umfangreiche Sammlungen leerer Schnapsflaschen fanden) sollte schnellstens verschwinden. Den halbtoten 16N-Motor des Manta hatte man zu diesem Zweck in den Rekord gekickt.
Und wie schnell der mit mir am Steuer verschwunden war! Mit 60 PS ging es flott vom Hof. Einen Anhänger voll Monza-Teile gab es auch noch dazu. Nun gut, das Vinyldach ist nicht mehr der Bringer und eine neue Lackierung braucht der Rekord auch. Soll er haben. Denn er ist 2010 reif für das "H"-Kennzeichen, hat so gut wie keinen Rost und eine neuwertige Innenausstattung. Aus meinem Teilefundus wird er nun zum 20E umgerüstet, kriegt elektrische Fensterheber, elektrische Kofferraumentriegelung, Zentralverriegelung, Servolenkung und Armaturen mit Drehzahlmesser. Und wenn ich die dunklen Regale meines Teilelagers ausleuchte, finde ich garantiert auch noch einen Tempomat. Dringend gesucht werden nun: Automatikgetriebe, Colorglas, hintere, braune Berlina-Kopfstützen und die originalen ATS-Alufelgen. Zum Schalten bin ich auf Dauer echt zu faul, außerdem neige ich nunmal zur Vollausstattung.

Im April 2008 hatten ein paar meiner Autos einen schönen Auftritt: zur Einführung des neuen Agila hatte sich die Verkaufsabteilung vom Auto-Staiger in Schwäbisch Gmünd vorgenommen, auch ein paar Oldie-Opel im Verkaufsraum auszustellen. Tradition und Moderne nebeneinander. Ob es wohl eines der ausgestellten Neufahrzeuge schafft, in 25 oder 30 Jahren wieder als gepflegter Oldie im Show-Room eines Händlers zu stehen?

Der Kadett A ist im Besitz der Firma Auto-Staiger, Schwäbisch Gmünd und ein Dauer-Ausstellungsfahrzeug. Der GT-A sowie der Rallye-Ascona gehören anderen Opel-Liebhabern. Diplomat B V8, Manta B und Senator A2 stammen aus meiner Sammlung. Übrigens: der Vorbesitzer meines Senator A2 war der frühere Geschäftsführer dieses Opel-Autohauses und auch der Manta wurde als Neufahrzeug von der Firma Auto-Staiger in Gmünd verkauft.


Der Ascona A im Renntrimm wird übrigens ständig bei Rallyes eingesetzt. Daher war er auch erst am Sonntag in der Halle. Frisch zurückgekehrt vom standesgemäßen Einsatz. Motorisiert ist er mit einem getunten 2,4-Liter-16V-Motor aus dem Hause Irmscher. Es gab tatsächlich Besucher, die sich daran störten, daß der Ascona so dreckig war. Ein Rallyefahrzeug ist in genau so einem Zustand authentisch. Finde ich. Der Sound dieses Motors ist übrigens suchterzeugend.
Seit dem Jahr 1969 bis zum Jahr 2003 besitze ich nun von jedem Opel-Flaggschiff mindestens ein Exemplar in meiner Sammlung. Damit die Sammlung also weitergehen kann, sollte Opel langsam mal anfangen, wieder einen vollwertigen Oberklasse-Opel auf die Räder zu stellen. Ich würde mich wirklich freuen, wenn ich mich in einen Senator C oder Diplomat C setzen könnte!
Es gibt übrigens einen Grund dafür, daß ich die Weiterentwicklung meines Internetauftrittes in den letzten beiden Jahren etwas vernachlässigt habe. Und das ist eine etwas längere Geschichte:
Aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis habe ich immer wieder die Frage gehört, warum ich "Kampfschrauber" eigentlich kein Kfz-Mechaniker geworden bin. Im Jahr 2010 habe ich mich dieser Frage konkret gestellt. Meinen Job als Bankkaufmann habe ich ohnehin nie geliebt (um es diplomatisch auszudrücken).
Da meine Doris ohnehin den Standpunkt vertritt, daß ich zwar älter, aber niemals erwachsen werde, habe ich kein Problem darin gesehen, mich mit meinen nun 45 Jahren wieder in die Schulbank zu setzen und mit meinen jungen Kollegen zusammen zu lernen, was ein guter Kfz-ler praktisch und theoretisch wissen muß.
Ich habe das Glück gehabt, eine kleine, freie Werkstatt zu finden, die mir diese Umschulung ermöglicht und so bin ich seit Mai 2010 als Praktikant dort und habe seit Juli 2010 die reguläre Umschulung zum Kfz-Mechatroniker (PKW) begonnen.
Wer nun aber glaubt, daß das für mich nur ein kleiner Spaziergang wäre, täuscht gewaltig. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. In vielerlei Hinsicht...
Aber ich habe den unbedingten Willen, meine Ausbildung mit mindestens gutem Ergebnis abzuschließen!
Der Blick über den automobilen Tellerrand hat bei mir bewirkt, daß ich neben meiner Alt-Opel-Leidenschaft zum BMW-Fan geworden bin und auch Peugeot und Citroen sehr zu schätzen gelernt habe. Ob ich in diesem Leben nennenswerte Begeisterung für Mercedes oder VW/Audi entwickeln werde, bleibt bis auf weiteres dahingestellt.
Seit Oktober 2011 habe ich das ganz große Glück, ein längeres Praktikum bei einem "Porsche-Papst" absolvieren zu dürfen, der Motoren (nicht nur für Porsche) instandsetzt und professionelle Leistungssteigerungen durchführt.
Im Juni 2011 habe ich die Gesellenprüfung Teil 1 theoretisch und praktisch mit "gut" abgelegt und besuche nun seit Oktober 2011 parallel in Abendschule den Vorbereitungskurs zur Meisterprüfung Teil III. Verläuft meine Ausbildung planmäßig, werde ich im Februar 2012 die Meisterprüfung Teil III, Juli 2012 meine Gesellenprüfung Teil 2 sowie die Meisterprüfung Teil IV absolvieren. Ab September 2012 werde ich dann die Vorbereitungskurse zur Meisterprüfung Teil I und II besuchen und... im Februar 2014 die Prüfungen Teil I und II zum Kfz-Technikermeister ablegen.
Danach werde ich mich aus heutiger Sicht mit einer eigenen Werkstatt selbständig machen.
Mit diesem Terminkalender wird sicherlich jeder Leser nachvollziehen können, daß ich mindestens für die nächsten beiden Jahre alle privaten Aktivitäten auf nahe Null herunterfahren muß, um mein Ziel zu erreichen.